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Das Pannen-„Projekt 10/17“ soll verlängert werden

Zug der Stadtbahnlinie 10 nach Ahlem auf der Spinnereibrücke

Gastbeitrag von Jens Pilawa, Initiative Pro D-Tunnel e.V.

Die Region hat im Verkehrsausschuss vom 21.01. mit dem Vortrag „10-Punkte-Programm Verkehrswende 2020: Ausbau des Nahverkehrs“ ihre kommenden Ziele für den ÖPNV vorgestellt. Darin wird erneut unter dem Punkt „Neue Stadtbahnstrecken“ die Verlängerung der Linie 10 vom Hauptbahnhof durch die Sallstraße der Südstadt zum Bismarckbahnhof erwähnt.

Zuvor wurde ein kurzer Vortrag gehalten über die Erkenntnisse des „Bus und Bahn gratis fahr’n“-Aktionstages vom 30.11.2019. Beide Vorträge sind unter http://regions-sitzungsinfo.hannit.de/bi/to010.asp?SILFDNR=1008477 einsehbar. Hier wurde auch die Störanfälligkeit der oberirdischen Linie 10 beschrieben. Auf Folie 8 wird die Pünktlichkeit in Prozent als Diagramm dargestellt, ebenso die sporadischen Umleitungen bei Störungen der Linie 10 in den A-Tunnel. Erst durch die Sperrung von drei von vier Einfallstoren für den Autoverkehr entlang der Strecke am Aktionstag konnte „Projekt 10/17“ seine Pünktlichkeiten und Kapazitäten ausspielen. Es heißt im Vortrag: „Sperrung des Posttunnels erhöht die Zuverlässigkeit des ÖPNV massiv“.

Nun plant die Region weiterhin, diese störanfällige Straßenbahn durch die Südstadt bauen zu wollen. Über die vielfältigen Probleme dieser Strecke berichtet unsere Pressemitteilung vom 23.06.2019 im Zuge der Wahl zum Oberbürgermeister. Marc Hansmann (SPD) forderte ja diese Stadtbahnstrecke. Die Sallstraße und Jordanstraße sind teilweise nur 22 Meter bis 20 Meter breit. Der hochbelastete Knotenpunkt Marienstraße/Berliner Allee wäre durch die Kreuzung mit Bahnen und deren Vorrangschaltungen geschwächt.

Der Ausbau des ÖPNV als Beitrag zur Verkehrswende ist grundsätzlich richtig: Forderungen zur Stärkung und Ausbau sind rechtmäßig – grüne ideologisch motivierte Rückfälle ins Straßenbahn-Zeitalter sind es nicht. „Projekt 10/17“ ist seit der Eröffnung hochgradig störanfällig  und erfährt im Schnitt alle zwei Wochen eine Umleitung in den A-Tunnel durch kleinere und größere Störungen auf der Strecke. Diese Straßenbahn ist ungeeignet als Verlängerung durch die Südstadt. Die Üstra hat zudem diese fachliche Meinung zuvor mehrmals dem „10/17“-Planungskreis schriftlich bestätigt, untermauert mit etlichen Sicherheitsbedenken. Letztlich kommt als Umkehrschluss zur Regions-Erkenntnis „Posttunnel und Straßen sperren, um die Linie 10 pannenfrei fahren zu lassen“ offenbar latent nur in Frage, die Sallstraße für den Durchgangsverkehr zu sperren.

Die Initiative Pro D-Tunnel e. V. stellt sich nicht gegen den Ausbau des Nahverkehrs als Beitrag zur Verkehrswende. Sie klärt jedoch weiterhin Bürgerinnen und Bürger über unsinnige und problematische Ausbauvorhaben der Region auf. Sollte sich die Strecke durch die Südstadt konkretisieren, darf mit erheblichen Widerstand durch den gesamten Stadtteil gerechnet werden. Das Beispiel Limmerstraße zeigt, dass das Vorhaben Sallstraße wesentlich mehr Konfliktpotential generieren wird. Pro D-Tunnel e. V. wird sich an diesem Prozess der Aufklärung und  Darstellung aller Probleme wie gewohnt intensiv und fundiert beteiligen.